Der Posten unterm Pappelbaum

Location: Beelitz

“Als Kind hatte ich immer Angst vor den “Russen”. Wenn wir im Dorf spielten und plötzlich eine Kolonne sowjetischer Militärfahrzeuge durch den Ort kam, zog das sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir beobachteten, wie am Ortsausgang, an der langen Straße zum Nachbardorf, dort wo die hohen Pappeln stehen, Posten abgesetzt wurden. Das waren sowjetische Soldaten, die dann dort manchmal zwei oder drei Tage stehen und warten mussten, bis sie wieder eingesammelt wurden. Mein Vater brachte ihnen manchmal Brot und Speck, denn es sah so aus, als ob sie nichts zu essen dabei hatten. Ich weiß nicht, woher meine Angst kam. Wahrscheinlich von den Geschichten, die man sich auf dem Dorf erzählte, über die Ankunft der Roten Armee 1945. Vielleicht lag es auch daran, dass sie uns so fremd erschienen, eine andere Sprache gesprochen haben. Mein Russisch war nie besonders gut. Sie hingegen konnten kein Deutsch. Daher war eine Unterhaltung ohnehin kaum möglich. Ich glaube, ihr Dienst in der Armee war kein Zuckerschlecken.”

Petra (56)

Foto: Archiv Berlins Taiga

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