Der sowjetische Ehrenfriedhof Eberswalde

Als einer der wichtigsten sowjetischen Standorte in der DDR verfügte das 50 Kilometer nördlich von Berlin gelegene Eberswalde natürlich auch über einen sowjetischen Ehrenfriedhof. Die Ausmaße zeugen von der einstigen Bedeutung der Stadt.

An der Freienwalder Straße am östlichen Ende von Eberswalde befindet sich der Eingang zum sowjetischen Ehrenfriedhof der Stadt. Vom Eingangsportal führt eine breite Allee zum Ehrenmal, die erahnen lässt, dass diese Anlage für große Gedenkveranstaltungen konzipiert wurde. Denn der Ehrenfriedhof stammt aus einer Zeit, als das Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Sowjetsoldaten staatlich ritualisiert wurde.

Nicht nur Betriebsdelegationen oder Schulklassen hatten sich hier zu versammeln, sondern auch in der DDR stationierte Sowjetsoldaten. Davon gab es viele in Eberswalde. Die Stadt wurde zu einem der wichtigsten sowjetischen Standorte nördlich von Berlin. Hier befand sich der Stab der 20.Gardearmee sowie viele weitere militärische Einrichtungen. In der Stadt und Umgebung waren bis zu 30.000 Sowjetsoldaten samt Angehörige und Zivilangestellte stationiert. Das waren beinahe soviele, wie Eberswalde Einwohner hatte. Das südöstliche Stadtgebiet war besonders stark von der Präsenz der Sowjetarmee geprägt. Hier wurde ein sowjetischer Ehrenfriedhof für 328 gefallene sowjetische Soldaten und Offiziere angelegt, die bei den Kämpfen im Frühjahr 1945 ums Leben gekommen sind.

Zunächst sah es im Frühjahr 1945 so aus, dass Eberswalde größere Zerstörungen erspart blieben. Kurz vor dem Anrücken der Roten Armee wurde die fStadt bis auf rund 8.000 Einwohner evakuiert. Im Gegensatz zu anderen Orten verlief die Einahme Eberswalde relativ zügig und geordnet. Schon einen Tag nach der Einnahme der Stadt wurde eine Kommandantur installiert, die versuchte Ordnung zu gewährleisten. Als die Einwohner Eberswalde glaubten, den Krieg relativ schadlos überstanden zu haben, wurden sie doch noch einmal von Kampfhandlungen überrascht. In der Nacht vom 25. zum 26.April wurde die Innenstadt von deutschen Kampffliegern angegriffen und erhebliche Schäden im Zentrum angerichtet. Wie viele Menschen bei dem deutschen Luftangriff und wie viele bei der Einnahme der Stadt ums Leben kamen, ist strittig.

Der sowjetische Ehrenfriedhof ist heute ein Teil des großen Waldfriedhofes. Durch die immergrünen Nadelsträucher und von Moos bewachsenen Oberflächen wirkt das Ehrenmal wie eine Metamorphose aus steinernen Monument und umgebener Natur. Ruhe und Unvergänglichkeit liegt über der Anlage.

Infobox

Sowjetischer Ehrenfriedhof Eberswalde

Freienwalder Straße

Anreise: Bushaltestelle "Am Friedhof"