Ein Gruß an die Toten – der sowjetische Ehrenfriedhof in Baruth/Mark

Der sowjetische Ehrenfriedhof bei Baruth/Mark südlich von Berlin ist einer der größten und wichtigsten Kriegsgräberstätten der Region. Die Fahrer der Sowjetarmee hupten einst beim Vorbeifahren, um die gefallenen Soldaten zu grüßen.

Es ist ein schöner Spätsommertag an der Bundesstraße 96 nördlich von Baruth. Claus Vetter parkt seinen Lada Niva am sowjetischen Ehrenfriedhof nördlich von Baruth, der gleich am Eingangsportal die Besucher zu beeindrucken vermag. Zwei stählerne T-34 Panzer stehen links und rechts am Eingang zum Friedhof und in der Mitte des Friedhofes liegt eine eindrucksvolle Friedhofshalle mit Gedenktafeln und zwei Reliefs, die Szenen des sowjetischen Vormarsches auf die deutsche Hauptstadt Berlin zeigen. Ein Obelsik ragt hoch in den Himmel, der zusammen mit den umgebenden Blautannen ein imposantes Bild abgibt.

Der rote Stern auf der Spitze des Obeliskes war früher einmal beleuchtet, weiß Claus Vetter zu berichten. Er erzählt auch, dass die sowjetischen Lastkraftwagenfahrer stets hupten, wenn sie ihre dröhnenden Fahrzeugen in Richtung Norden, zum damaligen Oberkommando der Sowjetstreitkräfte in Wünsdorf bewegten. Ein sowjetischer Offizier sagte ihm damals, dass sie damit die Toten grüßten, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Die sowjetischen Truppen sind lange abgezogen. Heute fahren die Autos und LKWs mit hoher Geschwindigkeit am Friedhof vorbei - ohne Hupen.

Der sowjetische Ehrenfriedhof in Baruth ist einer der wichtigsten und größten in der gesamten Region, denn er erinnert an einer der blutigsten Schlachten kurz vor Kriegsende. Weiter östlich ereignete sich die Kesselschlacht bei Halbe, bei der die sowjetischen Truppen der 1.Ukrainischen Front unter Marschall Iwan Kenow auf heftigen Deutschen Widerstand stießen. Die Deutschen konnten aus dem Kessel ausbrechen und sich in Richtung Westen absetzen. Auf dem Friedhof befinden sich vornehmlich Gemeinschaftsgräber mit rund 1.200 Rotarmisten, die beim Bau der Anlage 1946/47 hier bestattet wurden. Seit den 1990er Jahren kamen weitere rund 100 die Gebeine von Gefallene hinzu, die viele Jahrzehnte nach Kriegsende gefunden wurden.

In den 2000er Jahren wurden der Friedhof, die Friedhofshalle und die Panzer aufwendig saniert, denn die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz. Claus Vetter steigt in seinen Lada und fährt die Bundesstraße in Richtung Wünsdorf, die dort jahrzehntelang für den Durchgangsverkehr gesperrt war.

Infobox

Sowjetischer Ehrenfriedhof Baruth/Mark

Bundesstraße 96 2, 15837 Baruth/Mark

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