Sowjetischer Ehrenfriedhof Spremberg

Auf dem Georgenberg über der Altstadt von Spremberg liegt der sowjetische Ehrenfriedhof der Stadt. Seit seiner Eröffnung kurz nach dem Kriegsende wurde er zweimal grundlegend umgestaltet, zuletzt 2016.

Gleich hinter der Altstadt von Spremberg erhebt sich der Georgenberg mit seinem Stadtpark. Wenn im Winter das fehlende Laub an den Bäumen den Blick in die Landschaft freigibt, kann man von dort oben nicht nur die Altstadt auf der Spreeinsel, sondern auch die rauchenden Schlote des großen Industriekomplexes Schwarze Pumpe sehen.

Spremberg in der Niederlausitz wurde im Frühjahr 1945 von den Kämpfen im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen. Die Stadt lag mitten im Aufmarschgebiet der 1.Ukrainischen Front der sowjetischer Roten Armee, die hier aus dem Süden Brandenburgs den Angriff auf die deutsche Hauptstadt Berlin durchführte. Spremberg ist von den Nationalsozialisten trotz der aussichtslosen Lage als Festung erklärt worden, sodass um die Stadt erbittert gekämpft und große Teile der Stadt zerstört wurden. Einige Neubaublöcke aus der DDR-Zeit auf der Spreeinsel zeugen noch heute davon, dass Teile der Altstadt zerstört und später abgetragen wurden.

Für die Hunderte sowjetischen Soldaten, die bei den Kämpfen um Spremberg gefallen sind, ist bereits kurz nach dem Krieg ein Soldatenfriedhof auf dem Georgenberg angelegt worden. 1977 wurde das gesamte Areal vom Hoyerswerder Künstler Jürgen von Woyski umgestaltet. Zu den Grabstätten hinzu kamen u.a. die Skulptur „Die Trauernde“ und das Denkmal „Großer Stern“.

Fast 40 Jahre später befand sich die Denkmalanlage in einem desaströsen Zustand, sodass über das Schicksal des Friedhofes lange diskutiert wurde. In Absprache mit der russischen Botschaft und dem Denkmalschutz beschloss man eine abermalige Umgestaltung und Sanierung des Ehrenfriedhofes, die sich an die Anlage aus der Nachkriegszeit orientiert.

Seit 2016 besteht das neugestaltete Denkmalensemble aus 214 Einzelgräbern, einem Massengrab, dem „Großen Stern“ und der trauernden Mutter, die auf sowjetischen Ehrenfriedhöfen ein häufig verwendetes Motiv ist. Bei der Gestaltung und Beschriftung der neuen Steine wurden knapp 28.000 kyrillische Buchstaben in Keilschrift eingearbeitet. Der Friedhof ist die letzte Ruhestätte für 678 gefallene Soldaten und Offiziere der Roten Armee.

Neben dem sowjetischen Ehrenfriedhof gibt es auf dem Georgenberg auch eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus, eine deutsche Kriegsgräberstätte und den Bismarckturm.

Infobox

Sowjetischer Ehrenfriedhof Spremberg

Stadtpark/ Kirschallee,

Anreise: Bahnhof Spremberg