Flughafen Sperenberg – Das Drehkreuz der Sowjets in Ostdeutschland

Durch die Nähe zum Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte in Wünsdorf war der Flughafen Sperenberg südlich von Berlin der wichtigste sowjetische Flughafen in Ostdeutschland.

Flughafen Sperenberg

Die Sowjetarmee nutzte Duzende Flughäfen auf dem gesamten Territorium der DDR, doch nur ein Flughafen verfügte über ein ziviles Abfertigungsgebäude. Das heißt nicht, dass es sich um einen zivilen Flughafen handelte. Auch der Flughafen Sperenberg war natürlich militärisches Sperrgebiet. Doch über das zivile Abfertigungsgebäude wurden die Zivilisten wie Familienangehörige und Zivilangestellte, aber auch beispielsweise Musikgruppen für die kulturelle Bespaßung der Truppen eingeflogen. Anders als bei einigen anderen weitergenutzten Flughäfen, war der Flughafen Sperenberg ein kompletter Neubau. Er eröffnete 1960, wenige Jahre nach dem endgültigen Umzug des Oberkommandos nach Wünsdorf. Doch das gesamte Areal hat eine viel längere militärhistorische Nutzungsgeschichte. Hier befand seit dem Ende des 19.Jahrhunderts eine der zentralen deutschen Versuchsstätten für Waffen- und Militärtechnik.

Der Flugplatz Sperenberg verfügte über eine 2.600 Meter lange Start- und Landebahn, sodass von hier große Transportmaschinen täglich nach Moskau flogen. Eine der letzten prominenten Nutzer des Flughafens waren Erich und Margot Honecker, die sich 1991 von hier außer Landes bringen ließen, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Zuvor befanden sie sich mehrere Monate in der Obhut der Sowjets in Beelitz Heilstätten. Auch der endgültige Abzug der Sowjetarmee wurde mit über Sperenberg abgewickelt. Die letzten russischen Soldaten stiegen hier Anfang September 1994 in ihre Maschine. Damit endete eine fast 50-jährige sowjetische Geschichte in Deutschland. In den Monaten zuvor wurden jedoch nicht nur Personen, sondern auch Güter ausgeflogen, darunter PKW, die nicht immer auf legaler Weise das Land verlassen haben. Sperenberg war jedoch nur einer der Abzugswege. Ein Großteil der Truppen und Militärgüter verließen Deutschland per Eisenbahn oder über den Fährhafen Mukran auf Rügen.

In den 1990er Jahren bis ins Jahr 2006 galt der ehemalige sowjetische Flughafen als möglicher Ort für den sich im Bau befindlichen Großflughafen Berlin Brandenburg International. Heute wird das Gelände kaum noch genutzt und von der alten Nutzung ist kaum noch etwas zu erkennen.

Infobox

Ehemaliger Flughafen Sperenberg

Anreise: Keine günstige Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel

Web: Museum Kummersdorf

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