Sowjetischer Ehrenfriedhof Cottbus

Der sowjetische Ehrenfriedhof auf dem Südfriedhof Cottbus ist der größte sowjetische Soldatenfriedhof der Lausitzmetropole, der den im Raum Cottbus Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gewidmet ist.

Es ist ein kalter Wintertag in der Lausitzmetropole Cottbus. Kaum ist der sowjetische Ehrenfriedhof betreten, zieht ein heftiger Graupelschauer auf, der die ohnehin düstere Friedhofsatmosphäre noch verstärkt. Die in Halbkreisen wie Perlenketten aneinandergereihten Grabsteine mit kyrillischer Beschriftung erinnern daran, dass um Cottbus im Frühjahr 1945 heftig gekämpft wurde.

Cottbus stellte mit seinen rund 50.000 Einwohnern sowie wichtigen Industrie- und Rüstungsbetrieben den größten Ballungsraum im südlichen Brandenburg dar. In der Stadt befanden sich zum Ende des Krieges neben zahlreichen Flüchtlingen auch Tausende Zwangsarbeiter, die für die Kriegsindustrie Kettenfahrzeuge und Flugzeuge herstellen mussten. Aufgrund der für die Nationalsozialisten strategische Bedeutung wurde Cottbus im Februar 1945 zur „Festung“ erklärt, sodass Stadt und Umland ein verlustreiches und fatales Ende bovorstanden.

Am 16.April 1945 begann die finale sowjetische Offensive entlang der Oder und Neiße, als die Rote Armee auf breiter Front die „Operation Berlin“ einleitete. Die 1.Ukrainische Front hatte ihr Aufmarschgebiet an der Neiße zwischen Forst und Muskau. Cottbus lag inmitten der Stoßrichtung der 1.Ukrainischen Front in Richtung Berlin. Am 21.April verließ ein Großteil der deutschen Truppen die Stadt trotz der Durchhalteparolen in Richtung Norden und Westen, sodass schon am nächsten Tag die sowjetischen Truppen aus dem Süden kommend Cottbus einnehmen konnten. Am 22.April 1945 – einem Sonntag – endeten die Kämpfe in Cottbus und der Zweite Weltkrieg war für die Stadt vorüber.

Im Süden von Cottbus wurde dann nach Kriegsende ein sowjetischer Ehrenfriedhof eingerichtet, um den gefallenen Soldaten eine würdevolle letzte Ruhestätte zu schaffen. Den Mittelpunkt der Anlage bildet ein massives Denkmal, das von einer Skulptur gekrönt wird. Die Bronzeskulptur zeigt das häufig verwendete Symbol einer Mutter, die um einen auf ihrem Schoß liegenden, gefallenen Sohn trauert.

Auf dem Friedhof befinden sich insgesamt 619 Grabstätten. Somit ist es die größte sowjetische Krieggräberstätte von Cottbus. Allerdings sind nicht alle der hier Bestatteten bei den Kämpfen im Frühjahr 1945 gefallen. In einigen der Grabstätten sind auch Sowjet-Bürger begraben, die später bei Unfällen oder Krankheiten verstorben sind. So gibt es auf dem sowjetischen Friedhof auch einige Kindergräber. Wie bei anderen sowjetischen Kriegsgräberstätten gibt es auch hier zahlreiche anonyme Grabstätten.

Auf demselben Gelände - gegenüber des sowjetischen Ehrenfriedhofes - wurde eine weitere aus Betonstelen bestehende Gedenkstätte errichtet, die allgemein allen Opfern von Krieg, Vertreibung, Gewaltherrschaft, Flucht und Terror gewidmet ist.

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Infobox

Sowjetischer Ehrenfriedhof Cottbus

Madlower Hauptstraße/ Ringstraße -Straße, 03050 Cottbus

Haltestelle: Cottbus, Badesee Madlow

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