Der Sowjetische Ehrenfriedhof in Grünheide (Mark)

Grünheide (Mark) östlich der Hauptstadt Berlin ging durch den Bau einer „Gigafactory“ international durch die Medien. Im Frühjahr 1945 befand sich der Ort inmitten der Hauptstoßrichtung der Roten Armee auf Berlin.

An einer Autobahnabfahrt des östlichen Berliner Ringes, welche den Verkehr nach Erkner und Grünheide (Mark) leitet, befindet sich auf einer gut sichtbaren, mit Nadelwald bepflanzten Anhöhe ein sowjetischer Ehrenfriedhof.

„вечная слава героям павшим в боях за свободы и независимость нашей социалистический родины“ (Russisch: „Ewiger Ruhm für die Helden, die in den Kämpfen um Freiheit und Unabhängigkeit unserer sozialistischen Heimat gefallen sind“) steht dort mit goldenen Lettern auf einer polierten Natursteinplatte geschrieben, welche wiederum in das Zentrum eines angedeuteten Tryptichons eingefasst ist.

Das über eine mehrstufige Treppe erreichbare und mit einem roten Stern gekrönte massive Denkmal erinnert an Soldaten der Roten Armee, welche in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in der Umgebung von Grünheide gefallen sind.

Wo heute ein US-amerikanischer Elektroautohersteller eine hochmoderne Gigafabrik plant, fanden im Frühjahr 1945 die finalen Gefechte des Krieges statt. Marschall Schukows 1. Belorussische Front hatte am 16. April die „Berliner Operation“ und damit die endgültige Niederlage Hitler-Deutschlands eingeleitet. Seine Armeeverbände rückten damals zunächst über Küstrin, die Seelower Höhen und schließlich auch nach Gründheide vor. Welche Einheiten der 1. Belorussischen Front schließlich in die Kämpfe um den Ort aktiv eingebunden waren, ist nicht mehr bekannt. In einer damaligen sowjetischen Militärkarte ist jedoch das 28. Garde-Schützen-Korps in der Umgebung von Grünheide vermerkt.

Bei Kämpfen in und um den Ort fielen - unterschiedlichen Angaben zufolge - zwischen 46 und 53 Rotarmisten. Sie fanden auf dem Ehrenfriedhof, welcher von August bis September 1945 nach Plänen eines sowjetischen Offiziers angelegt wurde, ihre letzte Ruhe.

Es ist jedoch gut möglich, dass infolge der Kämpfe im Zweiten Weltkrieg hier in der Region noch immer Kriegsopfer im Boden liegen.

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Text & Fotos: Hardy Krüger

Infobox

Sowjetischer Ehrenfriedhof Grünheide (Mark)

15537 Grünheide (Mark)

Straße: L 231 / Autobahnabfahrt (A 10) Erkner/Grünheide

GPS: N 52° 2524.66 // E 13° 4719.17

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